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Gesichtsdiagnose

Gesichtsdiagnose, oder auch Gesichtsdiagnostik, Antlitzdiagnostik ist ein weiterer Bereich der Naturheilkunde. Der Fachbegriff hierfür ist: Pathophysiognomik. Sie liefert Hinweise, zeigt Veranlagungen und Tendenzen.

Anhand der Analyse von Merkmalen wie Gesichtsausdruck, Gesichtsform, Stellung der Augen, Nase, Form des Mundes aber auch die Farbe oder Beschaffenheit der Haut, kann eingeschätzt werden, welcher Mangel an biochemischen Mineralstoffen im Körper besteht.

Die Antlitzanalyse weisst auf akute oder chronische Erkrankungen und Mangelerscheinungen hin. Zusätzlich können für eine ausführlich Anamnese Laboruntersuchungen und/oder körperliche Untersuchungen durchgeführt werden.

Es werden 3 Formen der Physiognomik in der Heilkunde unterschieden:

1. biochemische Antlitzdiagnose

Begründet durch Dr. h. c. Kurt Hickethier, griff Dr. Heinrich-Wilhelm Schüssler die Lehre auf, dass Krankheiten auf Mangel an körpereigenen Salzen beruhen. Hickethier erarbeitete eine Systematik, wonach typische Zeichen im Gesicht auf einen Mangel an bestimmten Schüssler Salzen hinweisen. Zum Beispiel deuten heisse Röte auf Stirn, Wangen und Kinn auf einen Eisenmangel hin. Dagegen ist eine kalte Röte auf Stirn, Wange und Kinn Anzeichen für einen Mangel an Magnesium.

2. Psychophysiognomik

Hier steht die Seele des Menschen im Vordergrund, welche sich im Gesicht ausdrückt. Aus Gesichtsformen und Mimik wird auf Stärken und Schwächen geschlossen. Die Psychophysiognomik dient der Selbsterkenntnis, aber auch der Einschätzung von anderen. Sie soll Hilfe zur Lebenshilfe bieten, das Verständnis für andere erleichtern und damit auch Kommunikationsprobleme vermeiden helfen.

3. Pathophysiognomie

In der Pathophysiognomie wird das Gesicht eines Menschen betrachtet. Dieses gibt Hinweise auf gestörte Organe oder Körperfunktionen. Krankheit verändert die Ausdrucksformen. Diese Zeichen sind sehr früh bereits im Gesicht manifestiert, bevor der Klient körperliche Symptome wahrnimmt. Aufgrund von Farbe, Strahlung, Struktur und «Falten» im Gesicht ist es möglich, Mangelerscheinungen, Stoffwechselstörungen, Organdefizite usw. zu erkennen.

Bei der Beurteilung beziehe ich fünf Kriterien herbei:

  • Färbung
  • Gewebefüllung (Turgor)
  • Spannung (Tonus)
  • Struktur (Oberfläche)
  • Strahlung, Leuchtkraft

Hintergrund
und Philosophie

Bereits vor Christus haben sich Gelehrte, wie Sokrates (470 – 399 v. Chr.), Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) und Hippokrates (5.Jahrhundert v. Chr.) damit beschäftigt, aus den Gesichtern zu lesen. Die wirkliche Hauptzeit der Physiognomie begann aber erst vor ungefähr 250 Jahren. So fand der Nervenarzt Dr. Henry Head den Zusammenhang zwischen bestimmten Hautzonen und den im Körper liegenden Organen, was den heutigen Begriff der Head´schen Zonen geprägt hat.

Carl Hutter (*1861 – Ϯ1912) gilt als der Gründer der Psycho-Physiognomik. Er kannte die lange Tradition der Physiognomik, die bis zur griechischen Hochkultur zurückreicht und versuchte, das jahrhundertealte Wissen auszuwerten, zu ergänzen, wodurch ein lehr- und lernfähiges System entstand. Unter Physiognomik (Physis = Körper, Gnoma = Kennzeichen, Kenntnis, Meinung) ist die Lehre der äusseren Erscheinung und Einordnung des Menschen und jeder lebendigen Gestalt zu verstehen. Psycho-Physiognomik beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Seele (=Psyche) und Körper (=Physis). Ihr Ziel ist es, die Sprache des menschlichen Gesichts und der gesamten menschlichen Gestalt als Ausdruck der Seele verständlich zu machen und so eine wirkliche Lebenshilfe und Diagnosemöglichkeit anzubieten.

In der Neuzeit wurde Natale Ferronato sehr berühmt mit der Patho-Physiognomie. In seinem Leben beschäftigte er sich immer wieder intensiv mit der Naturheilkunde und betrieb Forschungen in Bezug auf die Gesichtsdiagnose. Natale Ferronato gründete 1993 eine Heilpraktikerschule, in der er vor allem die Patho-Physiognomie lehrte. An seinen Seminaren nahmen nicht nur Naturheilkundige, sondern auch Hunderte von Ärztinnen und Ärzten teil.

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